Oktober 2015

Oktober 2015

Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?Hiob 2, 10

Das Gute annehmen ist leicht. Meistens wird es gar nicht richtig wahrgenommen, sondern als selbstverständlich hingenommen. Wenige sehen dahinter Gottes Handeln. Aber kaum kommen schwere Zeiten, ein Unglück, dann ist das Geschrei groß und man hört dann Sätze wie: „Kann Gott das zulassen?“ „An so einen Gott kann ich nicht glauben, wenn er solche Katastrophen zulässt.“ Doch Höhen und Tiefen gehören zum Leben und sind notwendig, zum Überleben. Der Realität des täglichen Lebens ins Auge blicken. Das traut uns Gott zu, dass wir nicht nur das angenehme hinnehmen sondern auch die schwierigen Zeiten durchleben. Er wird uns die notwendige Kraft geben.
Viele Ältere kennen Flucht und Vertreibung aus eigener Erfahrung. Sie haben Schreckliches gesehen und vieles am eigenen Leib erfahren. Sie

haben Hunger und Not durchlebt und sind trotz all dieser Erlebnisse ihrem Glauben treu geblieben. Sie wussten bei all ihren Zweifeln und der aufkommenden
Hoffnungslosigkeit, dass Gott ihnen auch jetzt noch beisteht. Auch unsere Gemeindegründer hatten durch Krieg und Flucht alles verloren und dennoch fanden sie den Mut in ihrem Gottvertrauen und gründeten unsere Gemeinde. Sie vertrauten darauf, dass Gott ihnen dabei helfen wird.
Gerade in schwierigen Lebensabschnitten brauchen wir Menschen, die uns zur Seite stehen. Und noch einen Partner haben wir dann. Wie gut ist es, Gott zu bitten, mit uns zu gehen. Manfred Siebald hat dies in einem Lied so treffend festgehalten. „Wie tief kann ich fallen, wenn alles zerfällt, wenn Brücken und Stützen verschwinden. Wie lang muss ich laufen auf dieser Welt, um sichern Boden zu finden. Nie tiefer als in Gottes Hand, nie länger als in seine Nähe.“
Günther K.