Dez/Jan.2015

Dez/Jan.2016

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit. 2. Tim 1,7

Ich stelle mir die Situation zu diesem Vers vor Augen vor. Timotheus, ein junger Nachfolger Jesus, quasi der Ziehsohn des großen Apostel Paulus, liest diesen an ihn gerichteten Brief. Der erfahrene und hervorragend aus-gebildete Apostel Paulus möchte den an sich selber zweifelnden jungen Schützling ermutigen und im Glauben aufbauen. Was Timotheus wohl bei diesen Worten gedacht haben muss: „Paulus kann ja gut reden, er steckt ja nicht in meiner Haut und so begabt wie er es ist, bin ich auch nicht“.
Manch einem von uns geht es genauso wie auch Timotheus. Ich für mich gesprochen kenne das! Wir geben uns vergleichbaren Gedanken hin. Wir machen uns gerne ganz klein und unscheinbar, zweifeln an uns selber und bevorzugen die Passivität, denn bevor wir etwas falsch machen, machen wir lieber gar nichts.
Wir kommen tagtäglich an unsere menschlichen Grenzen und dennoch gaukeln uns Medien vor, dass wir über uns hinaus wachsen müssen und wir nur wollen müssen - dann gäbe es kein Ziel, dass wir nicht erreichen könnten. Ich persönlich halte dies für eine der größten Lügen unserer Ge-sellschaft. Der Druck, alles erreichen und

sein zu können, kann zu unge-sundem Selbstwertgefühl führen und sollten die Lebensziele doch uner-reicht bleiben auch zur Selbstverzweiflung. Unsere Lebensbahn wird eben nicht nur von uns selber bestimmt.
Der Vorstellung alles aus eigenem Antrieb heraus zu vollbringen, müssen wir nicht erliegen. Gott hat uns den einen Geist gegeben, die Rede ist vom Heiligen Geist, der in uns lebt und in uns wirkt (1. Kor 3,16).
So können wir uns in Situationen der Überforderung, Furcht und Zaghaf-tigkeit auf eben diesen Heiligen Geist verlassen. Ich muss nicht so tun, als wenn ich immer alles im Griff hätte und ebenfalls muss ich nicht ständig an mir zweifeln und meinen, dass mir nichts gelingen würde.

So will Gottes Geist bei jedem von uns wirken. Für mich heißt das ...
• Gottes Geist will mir Kraft geben, wenn mein Arbeitstag lang war, meine Kinder dennoch Zeit mit mir verbringen wollen.
• Gottes Geist will mir Liebe geben, wenn ich ungerecht behandelt werde und ich zu Hass und Verachtung verführt bin.
• Gottes Geist will mir Besonnenheit geben, wenn ich in der Hektik des Alltags verleitet bin, wichtiges für unwichtig zu halten.

Ich habe einen Vorschlag: Macht euch doch genau so wie ich auch eine Auflistung in welchen Situationen der Heilige Geist euch beistehen soll und bringt sie vor Gott.

Viktor F.